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Impressionen vom Gauder Fest 2017

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Licht ins Dunkel Gala:         Bildergalerie 1    Bildergalerie 2 
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Im Festzelt:     Bildergalerie  
Am Festplatz:     Bildergalerie  
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Bildergalerien - Gauder Fest 2016

ORF Radio Tirol - Gala für "Licht ins Dunkel"
Eröffnung - Teil 1
Eröffnung - Teil 2
Bezirksausstellung der Milchziegenrassen
Gauder-Sechskampf
Tag der Trachtler-Jugend - Einzug
Tag der Trachtler-Jugend - Enzug und Auftanz
Ranggeln um den "Gauder-Hogmoar"
Gauder-Markt
Festplatz
Rummelplatz
Festzelt
Feldmesse
Festzug - Teil 1
Festzug - Teil 2

Das Gauder Fest im Wandel der Zeit:

Bereits im Jahre 1400 wird in einem Zillertaler Urbar der Name „Gauder“ im gleichnamigen Lehen erwähnt. Auf diesem „Gauderlehen“ wurde das Fest auch noch bis nach dem zweiten Weltkrieg abgehalten.

Im Jahre 1861 wurde vom „Bräu“ auf bzw. neben der sogenannten „Gauderlacke“ das „Gauderhaus“ erbaut, welches jährlich für die Besucher des Gauderfestes ausgeräumt worden ist.

Der Ursprung des Festes dürfte um das Jahr 1500 liegen, als die Zeller Brauerei gegründet wurde, welche bereits seit Jahrhunderten das kaiserliche Privileg innehat, ein eigenes hochgrädiges Bier zu brauen, das dann beim Fest verabreicht werden durfte. 

 

(Foto – ca. 1910: vor dem Brauhaus haben Teile des Festzuges Aufstellung genommen)

 

Die Entstehung des in seiner heutigen Form abgehaltenen Gauderfestes fällt in die ersten Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts. Das Fest an sich dürfte jedoch schon älter sein. Wesentlicher als die Erklärung des Namens und damit die Zuordnung des Festes zum gleichnamigen, bereits 1400 erwähnten Lehen, ist die Terminsetzung desselben. Es handelt sich um ein Frühlings- bzw. Frühsommerfest, das anfangs Mai abgehalten wird, in der heutigen Zeit an einem Sonntag. Die Ansetzung dieses Festes ist in der Hauptsache mit der klimatischen Situation im Zillertal in Verbindung zu bringen.

Das Fest – wie auch andere in dieser Jahreszeit – ist bzw. waren die Einleitung zum Viehaustrieb bzw. Almauftrieb. Ähnliche Feste finden sich auch im Herbst bzw. Spätsommer als Ausklang der Alm- bzw. Feldarbeit. Auch ein derartiges Fest, das Jahr für Jahr tausende Besucher anlockt, hat Zell am Ziller – den Zeller Almabtrieb, welcher traditionell am Rosenkranz-Samstag stattfindet. Durch seinen Termin wird das Gauderfest in einen bestimmten Brauchtumskreis, in die Gruppe der Anfangsbräuche des Weidejahres gerückt.  

 

(Foto – ca. 1910: Anwesen „Gauder“ mit Kapelle)

 

Wie bereits erwähnt, dürfte das Fest seit etwa vierhundert Jahren in seiner heutigen Form existieren. Besonders dürfte es durch die Stelle des Dorfes Zell als Verwaltungs- und Gerichtsplatz zu dem geworden sein, was es heute darstellt. Die Goldbergwerke am Rohrberg und Hainzenberg führten unter den geistlichen und weltlichen Fürsten immer wieder zu Streitigkeiten, denen das Fest sicherlich auch einige Punkte seiner Entwicklung zu verdanken hat. Gerade für jene Fürsten, die das von ihnen beanspruchte Land bzw. Gebiet besuchten, wurden rauschende Feste veranstaltet, um deren Gunst zu erlangen und ihnen zu huldigen.

Weiters war auch die Verkehrslage von Zell sicherlich ein Grund dafür, daß das Gauderfest zu einer immer größer werdenden Veranstaltung wurde. Der Weg durch Zell in das Talinnere, nach Südtirol und der Weg über den Gerlospaß ins benachbarte Salzburg, sind mit für die Entwicklung des Festes verantwortlich. Zu Ende des Winters trafen sich hier die Bauern, um Waren und Tiere auszutauschen bzw. zu verkaufen, um den „Zehent“ abzuliefern oder einfach um nach einer langen Kälteperiode wieder einmal „unter die Leute zu kommen“. All diese Möglichkeiten führten die Menschen nach Zell und bei Musik und Wein, Bier und Branntwein, Tanz und so manchem guten „Schmankerl“ konnten sie ihren Geschäften nachgehen und einfach – wie man es in der heutigen Zeit nennen würde – einmal abschalten. 

(Foto – ca. 1920: Festzug in der Bahnhofstraße)

 

Früher soll das Gauderfest sogar eine ganze Woche gedauert haben. Jeder Stand, ob Bauern oder Adelige, Handwerker oder Bergarbeiter hatte sein eigenes Gauderfest. Die Gäste kamen aus immer weiter entfernten Orten, heute sogar aus allen Teilen der Welt. Vom Kuhstechen, über das Widderstoßen bis hin zum Hahnenkampf und Ranggeln spannten sich die Wettkämpfe, deren Mitstreiter oft ganze Ortschaften nach Zell brachten, wobei jedes Dorf den Seinigen als Sieger sehen wollte.

Bis nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Fest alljährlich auf der zur Brauerei gehörenden „Gauderlacke“ veranstaltet. Erst zu Beginn der fünfziger Jahre erfolgte die Verlegung des Festes auf verschiedene „Wirtshauswiesen“ und vor rund fünfundzwanzig Jahren auf den Dorfplatz bzw. den Zeller Sportplatz. Heute noch zeugen die „Gaudergasse“ und das „Gauderlehen“ von der Entstehung des Namens „Gauder“, welches keineswegs mit dem mundartlichen Lehnwort „Gaudi“ (Fröhlichkeit) in Verbindung gebracht werden darf.

Mit der Verlegung des Festes vom Gauderlehen in das Ortszentrum vollzog sich auch der organisatorische Wandel in der Form, daß nicht mehr die Brauerei sondern der Tourismusverband als Veranstalter auftrat. Durch die seitens des Tourismusverbandes entsprechend beworbene Veranstaltung wurde das Gauderfest von Jahr zu Jahr von zusätzlichen Gästen besucht. Vereine übernahmen die verschiedenen Aktivitäten, Verkaufsstände und entwickelten immer mehr und vielfältigere Spiele, Wettkämpfe und „Angebote“. Bis zu zehntausend Zuseher verfolgten in den letzten Jahren die Wettkämpfe, welche bis gegen Ende der neunziger Jahre nur noch das Widderstoßen und Ranggeln beinhalteten.

Die Hahnenkämpfe sowie das Kuhstechen werden bereits seit Jahren – teilweise auf Grund massiver Proteste von Tierschützern – nicht mehr durchgeführt. Bezüglich der Tierkämpfe ist anzumerken, daß sowohl beim Widderstoßen als auch bei den Hahnenkämpfen der Verlierer das Kampffeld verlassen kann und auch nur selten bei den Tieren Verletzungen auftraten, da diese Kampfspiele der Natur der Tiere entspringen und auch in freier Wildbahn ausgeführt werden. Die Tierkämpfe standen in der jüngsten Vergangenheit jeweils unter veterinärärztlicher Aufsicht.  

(Foto – ca. 1930: Der Festzug bewegt sich zur „Gauderlacke“, links im Bild vor dem Gasthof „Bräu“ die ehemalige Forstverwaltung, rechts davon Gasthof „Oberer Metzger“)

 

Zum organisatorischen Wandel ist anzumerken, daß jedes Jahr ein Festzug mit einem bestimmten Thema durchgeführt wurde. Bereits im zu Ende gehenden 19. Jahrhundert wurden Festzüge im Kleinformat veranstaltet, an welchen der „Gambrinuswagen“, die Grasausläuter und die „Türkische Blasmusik“ teilnahmen. Zu Beginn der Festzugveranstaltungen nahmen ungefähr 150 Bewohner von Zell daran teil und in den neunziger Jahren wurden bis zu sechshundert Komparsen aufgeboten.  
Im Jahre 1999 verschwand – Tierschützer atmeten auf – auch das Widderstoßen aus dem Programm des Gauderfestes. Intensiv hatten die Verantwortlichen an einem neuen Konzept gearbeitet um das Gauderfest wieder attraktiver zu gestalten. Mit neuer Werbelinie, überarbeitetem Logo und durch die Kooperation mit dem Landesverband der Heimat- und Trachtenvereine erfuhr dieses traditionelle Fest im Jahre 2000 eine Neupositionierung. Mit mehr als dreißig Trachtengruppen aus dem Alpenraum, siebzehn Musikkapellen und spektakulären Ochsen- wie Pferdegespannen, dem traditionellen Preisranggeln und dem typischen Gauderbock-Festbier ging dieses legendäre Frühlingsfest ins neue Jahrtausend. Nach dem freiwilligen „Aus“ für das Widderstoßen im Jahre 1999 erlebte das Gauderfest im Jahre 2000 eine Neupositionierung als größtes Trachtenfest Tirols. Besonders gefeiert wurde auch das 500-Jahr-Jubiläum der Zeller Brauerei. 

(Foto – 1988: Paar in der alten Zillertaler Tracht)

 

Presseaussendung für das Gauder Fest des Jahres 1950

 

„Alljährlich im Frühjahr, wenn die Mühen des Winters vorbei sind und bevor die schwere Arbeit auf den Feldern und Alpen beginnt, rüstet Zell am Ziller und mit ihm das ganze Zillertal zu einem Volksfest, das sich durch Jahrhunderte in aller Ursprünglichkeit erhalten hat. Es ist dies das weitum bekannte „Gauderfest“. Woher der Name „Gauder“ kommt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Vor nahezu vierhundert Jahren haben die Vorfahren des heutigen Besitzers des Gasthofes und der Brauerei Strasser in Zell am Ziller dieses Fest ins Leben gerufen. Es war ursprünglich ein von der Brauerei Zell veranstaltetes Fest. Im Jahre 1844 wurde von den Vorfahren des Herrn Strasser zur Abhaltung dieses Festes ein eigenes Haus mit schönen Kellereien und Schankräumen gebaut und seit dieser Zeit das Fest dann nur in diesem Hause abgehalten. Obwohl dieses Fest schon längst nicht mehr in diesem Hause abgehalten und obwohl das Fest von einer Veranstaltung der Brauerei Zell schon längst zu einem allgemeinen Volksfest geworden ist, führt dieses Haus heute noch den Namen „Gauderhaus“ und ist unter diesem Namen auch im Grundbuche eingetragen. 

(Foto – 1939: Bereit zum Hahnenkampf)

 
 

Die Vorbereitungen für dieses Gauderfest waren sehr umfangreich. Vor allem mußte schon Ende September oder Anfangs Oktober ein besonders starkes Bier gebraut werden mit einem Extraktstärkegehalt von 20 bis 22 Grad.

Dieses Bier wurde und wird auch heute noch nur beim Gauderfest ausgeschenkt, nur mit dem Unterschied, daß es früher nur im Gauderhaus zu bekommen war, während es jetzt während des Festes bei allen Gastwirten von Zell zum Ausschank gelangt. Wenn auch das Bier das wichtigste vom ganzen Feste war, so waren mit der Einlagerung des Bieres die Vorbereitungen noch lange nicht beendet. Eine Woche vor dem Fest, das immer am ersten Sonntag im Mai abgehalten wird, begann ein großes Schlachten. Drei bis vier große, fette, schwere Stiere und ca. sechzehn fette Schweine mußten ihr Leben lassen und daraus wurden dann nach uraltem Rezept die sogenannten Gauderwürste gemacht.

Wenn man bedenkt, daß ca. 10.000 bis 15.000 Stück notwendig waren, daß das ganze Wurstbrat noch mit der Hand, mit einem dreischneidigen Wiegemesser zubereitet werden mußte, dann kann man sich denken, daß dieses Fest gar manchen Schweißtropfen an Vorbereitung gekostet hat. Alswahrheitsliebender geschichtlicher Chronist darf ich auch noch verraten, daß eine solche Wurst im Gewichte von ca. 140 Gramm samt Kraut nur 10 Kreuzer gekostet hat. O goldene Zeit, wohin bist du entschwunden!? 

Das Fest selbst dauerte früher von Samstag 12 Uhr mittags bis Mittwoch früh. Dabei gab es die verschiedensten Volksbelustigungen. Es wurde ein eigener Schießstand mit sechs Ständen aufgebaut. Ursprünglich wurde noch frei geschossen und stand die Scheibe auf freiem Feld. Der Zieler, der neben der Scheibe in einem kugelsicheren Unterstand war, war noch als Bajazzo verkleidet und führte bei Zentrumsschüssen noch alle möglichen Tänze, die sogenannten Scheibensprünge vor. Daneben gab es eine Kegelbahn, auf der eifrig „alle Neune“ geschoben wurden. Am Sonntag, dem Haupttag, war dann noch großes „Preisranggeln“, bei dem besonders die Pinzgauer und die Zillertaler erbittert um die Siegespalme kämpften. 

(Fotos – 1939: Kuhstechen und Preisranggeln auf der „Gauderlacke“)

 

Wenn das Ranggeln sich unter Einhaltung ganz bestimmter Regeln abwickelte, so gab es daneben noch ein „Raufen“, das ohne jede Regel durchgeführt wurde. Bei diesem Kampf war alles erlaubt, nur durfte kein Messer oder sonst ein harter Gegenstand verwendet werden, sondern es durfte nur mit den Händen bzw. Fäusten gerauft werden, wohl aber war es erlaubt, den Gegner mit den Zähnen anzugreifen, ja sogar das Augenausdrehen war erlaubt. Dieses Raufen wurde nicht aus irgend einer Feindschaft ausgetragen, sondern auch hier ging es um die Moarschaft. Zuerst reichten sich die Gegner die Hände und dann ging es los, pitsch, patsch, solange, bis einer der Gegner aufgab und der Sieger als „Hogmoar“ erklärt wurde. Zu diesem Raufen fanden sich oft Kämpfer aus dem Pustertal, Pinzgau und Inntal ein. Es hat fast den Anschein, wie wenn dieser Kampf ein Vorläufer des heutigen Boxens gewesen wäre. Ein solcher Hogmoar hat aber auch etwas gegolten und es ist oft vorgekommen, daß man einen besonders tüchtigen Raufer den ganzen Sommer über auf eine Alpe gegeben und dort umsonst verpflegt hat, wobei besonders Gewicht auf viel und kräftiges Essen gelegt wurde, damit er ja für die nächsten Kämpfe bei Kraft bleibt. Es ist nie vorgekommen, daß ein solches Raufen ausgeartet und in Feindschaft übergegangen wäre. Wahrscheinlich hat dazu nicht zum wenigsten das Gauderbier beigetragen, das auch bei noch so starkem Konsum nur Freude und Liebe erzeugt. 

(Foto – 1950: Ranggeln auf dem „Bäckenfeld“)

 
 

Aber auch Tierkämpfe, Kuhstechen, Hahnenkämpfe und Widderstoßen wurden abgehalten, bei welchen Kämpfen es oft ebenso erbittert herging wie beim Ranggeln. Gegen diese Tierkämpfe wurde bereits einigemal seitens des Tierschutz-Vereines Sturm gelaufen, doch mußten diese Herren schließlich und endlich einsehen, daß diese Kämpfe im Grunde vollkommen harmlos waren und die Tiere eben miteinander rauften, wie sie es auf der Wiese im Laufe des Sommers hundertmal machen. Gegenwärtig ist das ganze Fest, das nunmehr vom Verkehrsverein Zell am Ziller durchgeführt wird, an zwei Tagen, eben am ersten Samstag und Sonntag im Mai. Es ist bei der Kürze der Zeit verständlich, daß nicht alle Belustigungen mehr abgehalten werden können.

So ist die Durchführung des Scheibenschießens derzeit unmöglich und auch das Preiskegeln muß ausfallen. Dafür werden aber das Ranggeln und die Tierkämpfe abgehalten und zu Beginn des Festes am Sonntag werden in einem Festzuge mit Musikkapellen und Festwägen verschiedene Gebräuche des Zillertales gezeigt werden. Eines aber gibt es nach altem Brauch und in alter Güte: das „Gauderbier“ und die „Gauderwürste“, wenn auch der seinerzeitige Preis von 10 Kreuzer zeitgemäß aufgerundet werden mußte.

Dem Biertrinker, der den Gauderbock noch nicht kennt, sei geraten, nicht allzu rasch dreinzugehen, denn dieser Bock stoßt ganz gewaltig und es könnte ihm dann leicht so gehen, wie in früheren Zeiten so manchem braven und soliden Zeller Bürger, der ob des kräftigen Gauderbockes sein trautes Heim nicht mehr finden konnte, in den umliegenden Wiesen herumirrte und schließlich in einem der Nachbardörfer landete. 

(Fotos – 1950: Widderstoßen)  

 

Wer ein richtiges, echtes Zillertaler Volksfest ohne jede moderne Aufmachung und Tam-Tam mitmachen will, der komme am Sonntag, den 7. Mai 1950 nach Zell am Ziller zum Gauderfest und wird dort alle seine Wünsche erfüllt sehen.“

Trotz im Laufe der Jahre vorgenommener organisatorischer Änderungen hat das Gauderfest mit Sicherheit einiges von seiner Ursprünglichkeit behalten. Ein Besuch des Festes ist auf alle Fälle empfehlenswert.

Gauder Fest 2005 mit "neuen alten Attraktionen"

Um eine weitere Attraktion reicher ist das Gauderfest, es wurde nämlich ein aus den Disziplinen Fingerhakeln, Handumlegen und Hufeisenwerfen bestehender Dreikampf als zusätzlicher Bestandteil des größten Frühlingsfestes Tirols aufgenommen.

Die Zeller Chronik birgt ein nachträglich coloriertes Foto, auf welchem „Zillerthaler Nagelzieher“ abgebildet sind. Ob die beiden an einem Nagel ziehen oder die alte alpenländische Kampfsportart - welche beim diesjährigen Gauderfest als Teil eines Dreikampfes zu neuen Ehren kommen wird - des Fingerhakelns praktizieren, ist auf dem exakt 103 Jahre alten Zeitdokument leider nicht erkennbar.

Weitere Bestandteile des Gauder Festes in alter Zeit waren das Preiskegeln und das Scheibenschießen. Wurde das Fest früher auf der „Gauderlacke“, einem zum Gauderlehen gehörenden Feldstück abgehalten, so war es von dort nicht weit, um zum Schießstand am „Lendplatz“ zu gelangen. 

Noch früher stand die Scheibe auf freiem Feld. Der Zieler, welcher einen neben der Scheibe befindlichen kugelsicheren Unterstand bezogen hatte, war als Bajazzo verkleidet. Bei Zentrumsschüssen führte er dann alle möglichen Tänze, sogenannte Scheibensprünge vor. Die besten Schützen maßen sich an einer Ehrenscheibe, welche jener, der im Zentrum bzw. nächst des Zentrums seinen Schuß plazieren konnte, als Siegespreis mit nach Hause nahm. 

(Foto:  Rummel auf dem "Lendplatz" im Jahre 1905)

 

 

Seinem lieben Ingenuin hat im Juni 1906 der Kaiserliche Rath Max Gerstle zur Erinnerung an die Mailänder Schützenfahrt und als Anerkennung, nachdem sich die Österreicher beim großen internationalen Schießen gar wacker geschlagen haben, diese Fotografie gewidmet.  


Das Schützenwesen hat eine lange und erfolgreiche Tradition in Zell am Ziller. Der Hutmacher und laut einer noch erhaltenen Urkunde „Österreichische Bundesmeisterschütze“ Ingenuin Ritzl war im Jahre 1906 Teilnehmer am „großen internationalen Schießen“. Der aus der Kaufmannsdynastie Ritzl stammende Ingenuin findet sich auf dem obigen Foto, welches anläßlich der Mailänder Schützenfahrt aufgenommen worden ist, als erster von links.

 
 

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