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Neue Chronikbroschüre für Zell

Den Zeller Haushalten werden demnächst Aussendungen der Marktgemeinde zugestellt werden, die sich wesentlich vom den allseits bekannten amtlichen Informationen unterscheiden.

Unter dem Titel „Friaga z‘ Zelle“ wird künftig eine Druckschrift sporadisch erscheinen und sich zur Gänze mit der Geschichte unseres Ortes und Begebenheiten aus alter Zeit befassen. Darüber hinaus werden historische Bilddokumente und anderweitige epochal bedeutsame Ereignisse und Vorgänge, die seit dem Jahr 1976 – dem Beginn der Führung einer Ortschronik – aktuell festgehalten, darüber hinaus aber auch rückwirkend gesammelt worden sind, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Diese neue Zeitung sieht sich nicht als Konkurrenz zum „Bürgermeisterbrief“, dem Informationsblatt für die Bevölkerung unserer Marktgemeinde, sie wird sich quartalsmäßig mit geschichtlichen Vorgängen des Ortes befassen. Womöglich wird man sich nun verschiedentlich fragen, „warum ein weiteres Druckwerk, da doch Tag für Tag vieles an Geschriebenem in den Postkästen landet, welches in der Folge oftmals ungelesen entsorgt wird?“ Während der Sommermonate dieses Jahres wurden in Fortsetzungen seitens der Ortschronik in einer Lokalzeitung Abhandlungen über die Zillertalbahn, deren Fertigstellung des Streckenverlaufes nach Zell sich heuer zum 120. Mal jährte, sowie das Jahr 1936 aus der Sicht einer Zeller Schülerin veröffentlicht. Aus verschiedenen Kreisen der Bevölkerung ergingen dazu Anregungen, da diese Zeitungen nicht sämtlichen Haushalten des Ortes zugestellt werden, derartige Berichte doch im „Bürgermeisterbrief“ abzudrucken. Da jedoch solche Schilderungen den Rahmen desselben umfangmäßig sprengen würden, wurde seitens des Kulturausschusses verfügt, eine eigene Druckschrift zu erstellen. Das Ergebnis hält die Leserschaft nun in Händen und es würde das Redaktions-Team freuen, wenn diesem derselbe Erfolg beschert sein würde, wie dem offiziellen Pendant, welcher sich - gegenwärtig im 45. Jahr seines Bestandes - weiterhin mit Amtlichem, Aktuellem und Informativem befassen wird. „Friaga z‘ Zelle“ wird darüber hinaus auch offen sein für Beiträge aus der Bevölkerung. Insbesondere unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger werden  herzlich eingeladen, gewissermaßen als Zeitzeugen zu fungieren.

Für „gelernte Zeller“ bedarf es keiner Übersetzung des Titels dieser neuen Broschüre. Herauf bis in die 1960-er Jahre begaben sich „gia Zelle“ (also nach Zell) viele Bewohner unser benachbarten Berggemeinden insbesondere an Sonntagen, um nach dem Kirchgang ihre Wocheneinkäufe beim Wimpisinger, im Penz-Ladal, bei Neuwirts-Rosa oder in der Gemischtwaren-Handlung Hotter, um nur einige der Zeller Geschäfte anzuführen, zu tätigen und dann ihren oft mehrstündigen Fußweg zurück auf die heimatlichen Höfe anzutreten. Die Geschäftsinhaber hatten dabei das Privileg, die Kirche unmittelbar nach dem Schluß-Segen durch den Sakristeiraum verlassen zu dürfen, um ihre Läden noch vor dem Eintreffen der ersten Kirchgänger/Kunden öffnen zu können. Dem Schreiber fällt dabei das „Büchel“ ein, in dem die Einkäufe festgehalten und dann in bestimmten Abständen abgerechnet worden sind. Nicht selten dürfte es dabei auch vorgekommen sein, daß der Geschäftsinhaber seinem Geld mehr oder weniger lange nachlaufen mußte. Insbesondere beim Gesinde, das von seinem Dienstgeber oftmals nur zu Mariä Lichtmeß ausbezahlt wurde, war womöglich eine gewisse Geldnot an der Tagesordnung. Einem Knecht, der dem Tabakkonsum nicht abhold war, blieb also keine andere Möglichkeit, als anschreiben zu lassen. Verschiedentlich – wenn ein Dienstbote während des Jahres seinen Arbeitsplatz verließ – dürften die Gläubiger auch auf ihren Forderungen sitzgeblieben sein. „Gia Zelle“, in alter Zeit dem Hauptort des Tales, ging man aber auch, wenn man Behördengänge zu erledigen hatte oder einen der legendären Märkte besuchte, sei es um Vieh zu veräußern oder zu erwerben, sich mit Spezereien einzudecken, oder einfach „unter die Leute zu kommen“. Zell war als Verwaltungssitz kein reines Bauerndorf, sondern hatte eine ganze Reihe von Gewerbebetrieben. Zu Beginn der 1800-er Jahre gab es einen Bierbrauer, drei Bäcker, zwei Metzger, acht Wirte, acht Krämer, drei Müller, zwei Sattler, vier Schneider, sieben Schuster, drei Schmiede, drei Tischler, sechs Weber und einen Maler. Auch der Goldbergbau am Hainzenberg und Rohrberg sorgte mit den Bergleuten für neue soziale und berufliche Schichten in Zell. Der Bedeutung von Zell als Hauptort entspricht es auch, daß bereits 1594 ein Schulmeister tätig war, obwohl die allgemeine Schulpflicht erst nach dem Anschluß an Tirol eingeführt worden ist. Daraus entwickelte sich unser Heimatort zum Schulstandort mit seiner heutigen überregionalen Bedeutung. Wenn nicht der Nabel der Welt, so war Zell in der Vergangenheit doch jener des Tales.

Betrachtet man den Kopf dieser neuen Druckschrift, fällt auf, daß das Gemeindewappen zwar einen Mönch mit dem Kreuz in der Hand ziert, dieses ansonsten keinerlei Übereinstimmungen mit dem heute in Verwendung stehenden Wappen von Zell am Ziller aufweist. Eine Erklärung hierfür fußt darin, daß sich „Friaga z‘ Zelle“ mit Historischem befassen wird und demnach auch das ehemals in Verwendung gestandene Gemeindewappen zu neuen Ehren kommen soll.

Bedeutende Kommunen führten bereits in der Vergangenheit ein Gemeindewappen. Dem wollten auch die Zeller nicht nachstehen und haben unter Bürgermeister Josef Lackstätter (1922 bis 1935) ihr eigenes Wappen entworfen. Dieses zeigt im Hintergrund den Tiroler Adler, davor einen in der rechten Hand das Kreuz haltenden Mönch und ein Holzgebäude als Versinnbildlichung der Zelle, von welcher die Christianisierung des gesamten Tales erfolgte. Erstmals findet sich dieses auf Schriftstücken zu Beginn der 1930-er Jahre – es ziert nun 90 Jahre später auch die Druckschrift „Friaga z‘ Zelle“. Seitens der Schützengilde Zell wird dieses Wappen heute noch in etwas abgeänderter Form als Vereinslogo verwendet. In der Zeit von 1938 bis 1945, da Österreich als Ostmark dem Deutschen Reich angegliedert war, stand das Hakenkreuz in Verwendung. Ab Mai 1945 kam dann der Zeller Mönch zu neuen Ehren. Aus unerfindlichen Gründen wurde zu Beginn der 1930-er Jahre verabsäumt, ein Genehmigungsverfahren für dieses Wappen zu starten. Als dann Anfang der 1970-er Jahre an eine Vielzahl von Tiroler Kommunen Gemeindewappen verliehen wurden, wurde auch in Zell eine Genehmigung dieses ursprünglichen Wappens forciert. Unter Berücksichtigung heraldischer Vorgaben konnte hierfür allerdings keine Genehmigung erwirkt werden und mit Beschluß der Tiroler Landesregierung vom 2. September 1975 wurde folgendes Wappen zugewiesen: "In Gold ein schwarzgewandeter Mönch mit ausgestreckten Armen, rechts ein schwarzes Kreuz, links eine Kirche mit spitzem Turm haltend. Das Wappen erinnert daran, daß um 700 Salzburger Mönche im Zillertal eine Zelle zur Christianisierung gründeten. Von dieser Mönchszelle rührt der Name der Gemeinde her." Im darauffolgendem Jahr wurde sodann die offizielle Verleihung im Rahmen eines Festaktes vorgenommen. 1976 markiert auch den Beginn der Führung einer Ortschronik. 

Ein gezieltes Konservieren der Gegenwart unter Sammlung aktueller, die Gemeinde betreffender Fakten und Unterlagen, sowie das Sammeln und Bewahren von Relikten, Unterlagen und Vorgängen aus der Vergangenheit ist die Hauptaufgabe der Ortschronik. Diese Ziele wurden seit nunmehr 45 Jahren konsequent verfolgt, dabei hat sich ein beachtlicher Fundus angesammelt, der sich durchaus sehen lassen kann. Ungemein wertvoll sind auch Gespräche mit älteren Mitbürgern, die als Zeitzeugen so manches Ereignis noch am eigenen Leib erfahren haben und die mit ihren Erkenntnissen aus dem Berufsleben Aufschlüsse über die Arbeits- und Lebensweise unserer Vorfahren geben können. Mitunter stößt man dabei auch auf Begebenheiten, die zwar archiviert, ansonsten aber unter Verschluß gehalten werden. 

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