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Der Zillertaler Granat (Schluß)

Der Gemeindevorsteher und Unternehmer Josef Hofer.

Im letzten Abschnitt wurde über einen Zuwachs in der Zeller Bürgermeister-Galerie in Form eines Porträts von Josef Hofer, welcher im Zeitraum von 1851 bis 1860 als Gemeindevorsteher die Geschicke von Zell am Ziller lenkte, berichtet. Josef Hofer betrieb nicht nur einen Mineralienabbau im Zillertal, sondern auch einen Granatbergbau in Kärnten.

Auch Walter Ungerank hat mit der ihm eigenen Akkuratesse Ende der 1990-er Jahre in der Bergbau-Fachzeitschrift „extraLapis No. 12“ einen Artikel anläßlich des Jubiläums 250 Jahre Zillertaler Granat verfaßt, von welchem nachstehend Passagen, den Gemeindevorsteher und Handelsmann Josef Hofer betreffend, wiedergegeben werden sollen.

„Als ‚Heimat der Granate‘ kann man die Zillertaler Alpen bezeichnen: Ihre markanten und prachtvollen Almandine sind unter Mineralogen und Sammlern in aller Welt geradezu zum Wahrzeichen des Zillertales geworden. In ‚Mineralien Tirols (1913)‘ bezeichnet es Georg Gasser als ‚Mekka der Granatklauber‘, weil dieses Tal die reichlichsten, größten, reinsten und schönsten Granate lieferte, welche die Monarchie aufzuweisen vermochte.

Granate wurden und werden auch in Südtirol und im Ötztal gefunden; aber nur im Zillertal wurden sie in großem Umfang gewerbemäßig abgebaut und bearbeitet, da sie den Böhmischen Granaten in Farbe und Qualität durchaus ebenbürtig sind.

Nach der Durchsicht von 124 Briefen und Aktenstücken aus dem Zeitraum von 1837 bis 1892 (die heute noch im Besitz der Familie Josef Hofer stehen) konnte ich herausfinden, daß der Granat-Gewerke Josef Hofer aus Zell am Ziller auch an der Südseite der Zillertaler Alpen (also in Südtirol, heute zu Italien gehörig) Schürfgenehmigungen besaß. Ein Pachtvertrag von 1837 regelt den damals gerade begonnenen Granatabbau im Obertripbacher Haimwalde; 1839 wird er auf zehn Jahre verlängert; er enthält die genauen Dienstzeiten und Löhne der Granatarbeiter. Ein weiterer Pachtvertrag von 1839 besagt, daß Hofer am Grund des Pfüstergutes am Pfischberg in St. Johann/Ahrntal den ‚ney erfundenen Granatenschurpf‘ auf zehn Jahre pachten kann und einen Stampf errichten darf. Ein weiterer Vertrag von 1839 erteilt Hofer die Befugnis, am Reichsagger in St. Johann/Ahrntal Granat abzubauen. Nach dem Auslaufen dieses Pachtvertrages im Jahre 1849 sah sich Hofer nach neuen Vorkommen um. Sämtliche Granatfundstellen wurden aber bereits von Andrä Kreidl aus Mayrhofen bearbeitet. So dürfte Hofer nach weiteren Fundorten in Kärnten Ausschau gehalten haben.“

Wie bereits in der letzten Ausgabe vermerkt, betrieb der rührige Bauer und Händler Josef Hofer ab 1854 einen florierenden Granatbergbau am Laufenberg in Kärnten, nahe der Friesnighöfe, wobei an mehreren Stellen pyrophaltiges Granatgestein gewonnen wurde. Walter Ungerank schreibt dazu unter anderem wie folgt:

„Hofer bearbeitete den Granat nach derselben Methode wie Andrä Kreidl im Zillertaler Zemmgrund. Eine Bäuerin war damit betraut, die Farbqualität der Granate festzustellen. Dies geschah in einem dunklen Raum mittels einer Petroleumlampe mit einem Pappschirm, in dem sich einige Löcher befanden, durch die das Licht scheinen konnte. Über den Lichtpunkten konnten die getrommelten Granate sofort nach Farbqualität und Einschlüssen sortiert werden. Unbrauchbare Rohsteine wurden auf die Halde geworfen. Kleinere Granatsplitter, die für die Verarbeitung nicht geeignet waren, fanden wegen der hohen Härte (7 – 7,5) als Schleifpulver (Schmirgel) Verwendung.

Granatmühle

Josef Hofer’s Granatmühle mit runden Trommeln – Exponat im Heimatmuseum von Spittal an der Drau.

Der bei Radenthein gewonnene Granat wurde in Holzkisten verpackt. Teils wurde er direkt nach Böhmen verkauft, teils mit Fuhrwerken nach Spittal/Drau und per Bahn durchs Pustertal über den Brenner nach Zell am Ziller gebracht. Hier wurden die Kärntner Granate mit der Mühle noch einmal bearbeitet, dann mit Zillertaler Granat vermischt, nach Größen sortiert und an die böhmischen Schleifereien verkauft. Den Nachkommen Josef und Guntram Hofer (zwischenzeitlich verstorben) ist es übrigens zu verdanken, daß im Heimatmuseum von Spittal heute noch Gerätschaften des ehemaligen Granatbergbaues besichtigt werden können.

Da also Kärntner Granat von einem Zillertaler entdeckt, bearbeitet, über das Zillertal versandt und verkauft wurde, kann wohl auch der Radentheiner Granatbergbau als ‚Filiale‘ des Zillertaler Granatbergbaues betrachtet werden. Die Laufenberger Granate sind als dunkelrote und hellrote Almandine bekannt, zeigen jedoch oft in Anschliffen Rutileinschlüsse. Im Unterschied zu den Zillertalern bestehen sie aus 70,8 % Almandin, 28,4 % Pyrop und 0,8 % Spessartin.“

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